Anreise

Die Straße des Passes ist gewöhnlich von Anfang Juni bis Ende Oktober befahrbar.

Routenbeschreibung

Zwischen Natur, Geschichte und alpinen Panoramen

Am Kleinen Sankt-Bernhard-Pass wird jeder Besuch zu einem Erlebnis: zu Fuß, entlang historischer Wege, mit dem Mountainbike, über alpine Weiden, mit dem Motorrad, auf kurvenreichen Panoramastraßen, oder mit dem Auto, entlang der Verbindung zwischen Italien und Frankreich während der Öffnungszeit des Passes.
Hier öffnet sich die Berglandschaft in weite Räume: Almwiesen, kleine Seen und grenzenlose Horizonte begleiten den Weg, während Stille und Licht der Höhe jede Pause besonders machen. Ein Ort, der zum Innehalten und Beobachten einlädt.


Auf den Spuren der Römer

Hinter den Gebäuden der ehemaligen italienischen Grenze treten die ersten römischen Spuren des einstigen Alpis Graia zutage. Die Reste der östlichen Mansio erzählen von einem Rastplatz für Reisende und Soldaten entlang der römischen Gallienstraße.
Beim Erkunden lassen sich Struktur und Leben vergangener Zeiten erahnen.
In der Nähe verweist das gallo-römische Fanum, ein kleiner Tempel wohl keltischen Ursprungs, auf die Begegnung verschiedener Kulturen.


Ein geheimnisvoller Ort: das Cromlech

Nur wenige Schritte weiter liegt das Cromlech, ein Kreis aus 46 Steinen an der Grenze zwischen Italien und Frankreich.
Es zählt zu den ältesten Zeugnissen des Passes und ist bis heute von Geheimnissen umgeben.
Bei klarem Himmel bietet die Sommersonnenwende ein besonderes Schauspiel: Der Schatten von der Lancebranlette-Scharte gleitet langsam in den Steinkreis und erzeugt faszinierende Formen.


Zwischen antiken Kulten und alpiner Spiritualität

Ein weiteres römisches Bauwerk verdeutlicht die spirituelle Bedeutung des Ortes. Funde wie ein Silberbüst von Jupiter Dolichenus und Votivgaben zeigen den Pass als Kultstätte.
Die Joux-Säule erinnert an diese Traditionen, während die Statue des Heiligen Bernhard den Übergang zum Christentum symbolisiert.


Das Hospiz: Ort der Gastfreundschaft

Im Zentrum des Passes steht das im 11. Jahrhundert gegründete Hospiz, jahrhundertelang Zuflucht für Reisende und Pilger.
Heute beherbergt es neben der Touristeninformation ein Museum zur Geschichte des Passes.


Eine vom Lauf der Zeit geprägte Landschaft

Der Kleine Sankt-Bernhard-Pass ist ein echtes Freilichtmuseum, in dem jede Epoche ihre Spuren hinterlassen hat.Zu den Überresten der Neuzeit zählen savoyische Befestigungsanlagen aus dem Jahr 1630, während jüngere Zeugnisse der Alpengarten Chanousia, Bunker und Panzerhindernisse aus dem Zweiten Weltkrieg sowie ehemalige Zollstellen und Grenzkontrollen aus der Zeit vor dem Schengen-Abkommen sind.Vor allem das Zusammenspiel macht dieses Erlebnis einzigartig: die Verbindung von Natur und Geschichte, von weiten Landschaften und menschlichen Spuren. Ein Ort, den man in Ruhe entdecken sollte, Schritt für Schritt.