Natur: La Thuile

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Die Minen von La Thuile

Geologische Fundstellen und Bergwerke  -  La Thuile

Der Anthrazitabbau entstand nach dem Ersten Weltkrieg am Hang oberhalb von La Thuile, zwischen 1470 und 1740 Metern über dem Meeresspiegel, oberhalb der Weiler Villaret, Buic und Thovex und unterhalb der Festung Plan Praz aus dem 18. Jahrhundert. Zahlreiche Stollen wurden auf verschiedenen Ebenen gegraben, viele davon geneigt, um der Ader im Berginneren zu folgen. Das Bergbaudorf wurde in Arpy am Hang von Morgex errichtet.

La Thuile bietet eine Reihe von Routen durch die Wälder an, einige kürzer als eine halbe Stunde, andere hingegen länger als vier Stunden, auf denen man Spuren der Gleise für die Loren, die Eingänge zu den Tunneln und die Ruinen der Unterkünfte der Bergleute besichtigen kann.

Alpiner botanischer Garten Chanousia

Botanische, geologische und naturalistische Gärten  -  La Thuile

Der Garten liegt am Kleinen Sankt Bernhard auf französischer Seite, zwischen Savoyen und dem Aostatal, in 2170 Metern Höhe, knapp einen Kilometer von der Grenze entfernt.

Der “Chanousia” geht auf seinen Gründer, den Abt Pierre Chanoux zurück. Dieser war Rektor im nicht weit entfernten Hospiz des Mauritianerordens und gründete den Garten im Jahr 1897. Mittlerweile werden in dieser international bekannten Anlage über 2.500 alpine Pflanzenarten aus aller Welt gehegt. Aufgrund des Krieges geriet der 1940 zu Frankreich übergewechselte Garten in Vergessenheit und konnte für lange Zeit nicht wieder aufgebaut werden. Zahlreiche Pflanzen wurden von der spontanen Flora überwuchert und verwilderten oder verkümmerten. Erst Mitte der siebziger Jahre kam es dank des neuen Engagements der Société de la Flore Valdôtaine, der Société d’Histoire Naturelle de la Savoie und verschiedener Botaniker zur Gründung eines internationalen Verbands, der noch heute den Garten verwaltet. Die Renovierungsarbeiten begannen 1976.

Die verschiedenen Pflanzenarten sind in einem zugehörigen ökologischen Rahmen angelegt (Kalkstein-Felsgärten, Moränenschutthalden, Torfmoore, Bachläufe usw.). Das strenge Klima und die kurze Vegetationsdauer (3 Monate) haben die Wahl der angepflanzten Sorten beeinflusst, die vorwiegend aus den hohen Gebirgsbreiten und den Schneegebieten stammen. Die üppigste Blütezeit des Gartens dauert von Ende Juli bis Mitte September. Zur Zeit werden ungefähr 1.000 verschiedene Bergpflanzen angepflanzt. Vor kurzem wurde auch das Gebäude renoviert, in dem sich ein kleines Museum mit einer Sammlung des Abts Chanoux sowie einige Räume befinden, in welchen sich Forscher und Wissenschaftler der alpinen Flora treffen können.

(+39) 342.8252189
info@chanousia.org

Der Verney See

Seen / Wasserfälle  -  La Thuile

Der See liegt in 2088 Metern Höhe zwischen dem Becco dei Rousses, dem Vorgebirge mit dem Kleinen Sankt Bernhard-Pass und dem Monte Chaz Dura.

Vom See aus genießt man einen Ausblick auf die zahlreichen Gipfel, die ihn umgeben. Besonders suggestiv ist die Aussicht auf das Tal von La Thuile.
Mit seinen 20,30 ha Wasseroberfläche ist der grün-blaue Verney-See einer der größten Aostataler Bergseen.

Kleiner Sankt Bernhard Pass

Tunnels / Bergzüge  -  La Thuile

Kaum hat man die einstigen italienischen Zollgebäude hinter sich, kann man auf den rechterhand liegenden Wiesen bereits die ersten Spuren der Gegenwart der alten Römer erkennen, die diesem Gebiet den Namen Alpis Graia gegeben hatten: es handelt sich um die Reste der östlichen Mansio, die Ende der 20er Jahre des 1900 entdeckt und restauriert wurde. An der Ausdehnung der Außenmauer kann man sich die Größe dieses rechteckig angelegten Gebäudes vorstellen, das mit zahlreichen Räumen einen Innenhof umschloss, welcher durch einen Säulengang mit dem römischen Handelsweg nach Gallien verbunden war, deren Reste parallel zur heutigen Verkehrsstraße verlaufen. Die “Mansio” diente einst als Lager und Herberge für Reisende und Soldaten. An die Außenmauer der Mansio angrenzend, gleich am Rande der heutigen Verkehrsstraße, liegt ein kleiner Tempel, ein gallo-römisches Fanum, das vielleicht einer keltischen Gottheit geweiht war. Diese Hypothese geht auf die Gewohnheit der Römer zurück, die lokalen Kultgewohnheiten der eroberten und unterworfenen Völker zu erhalten.

Nur einige Schritte weiter befinden sich noch ältere archäologische Fundstellen: ein “Cromlech”, ein großer Steinkreis, genau auf der Grenzlinie zwischen Italien und Frankreich liegend, ist ein Beweis, dass bereits vor den Römern Menschen den Bergpass kannten und nutzten, obwohl bis heute war eine genaue Datierung der Konstruktion des Steinkreises nicht möglich.

Rechts hinter der einstigen französischen Zollstation liegt ein weiteres, aus der Römerzeit stammendes Gebäude, das auch an der römischen Handelsstraße liegt und wie die östliche Mansio aus einem Innenhof und ringsum angelegten Räumen besteht. Hier scheint allerdings die sakrale Verwendung anstelle der praktischen, alltäglichen Benutzung des Gebäudes eindeutig zu sein. Denn, abgesehen von dem etwas abseits liegenden Sacellum (Gedächtniskapelle), wurden in dem Gebäude eine Silberbüste des Iupiter Dolichenus und einige Votivtafeln gefunden, die heute im Archäologiemuseum in Aosta aufbewahrt werden.

Während dem gesamten Mittelalter gab Jupiter auch dem Berg seinen Namen. Die 4,5 Meter hohe, aus dem Heiligtum stammende Marmorsäule, auch “Säule von Joux” genannt, die auf der anderen Seite der Straße stand, hat dazu geführt, dass der Pass die Bezeichnung “Mons Minoris Iovis” bekam und das Hospiz des Heiligen Bernhards in den historischen Unterlagen mit dem Begriff “Hospitale Columne Jovis” verzeichnet war. Heute dient die Säule als Sockel der Statue des Heiligen Bernhards in Ersetzung eines Jupiter-Denkmals, das von Sankt Bernhard niedergerissen wurde, um mit den Symbolen des Heidentums aufzuhören.

Das Hospiz wurde im XI Jahrhundert von Sankt Bernhard gegründet, wiederholt durch Kriege und Feuer zerstört, aber immer wiedergebaut. Wegen der gewaltsamen Bombardierungen wurde es nach dem zweiten Weltkrieg verlassen; ab Jahr 1993 hat sein Wiederaufbau begonnen. Heutzutage beherbergt es das Internationale Fremdenverkehrsbüro, sowie das Museum über die Geschichte des Passes, der Valdigne und der Landschaft Savoyen.