Der Weiler Leverogne weist eine interessante städtebauliche Entwicklung des mittelalterlichen Dorfes mit mehreren bemerkenswerten Gebäuden auf. Die Dorfbrücke war ein obligatorischer Übergang, um die Schlucht auf dem Bach zu überqueren und die Valgrisenche und den Col du Mont zu erreichen, eine privilegierte Verbindung zwischen dem Aostatal und der Maurienne.
Leverogne war daher ein Durchgangsort für Pilger, Händler und Abenteurer.

1368 gründete Pierre Socquier mit dem ausdrücklichen Ziel, Pilger aufzunehmen, ein Hospiz, das eine Küche, ein Schlafzimmer und einen Keller bot.
Noch heute können wir an der Fassade des alten Hauses den Bilderzyklus der „Werke der Barmherzigkeit“ aus dem 15. Jahrhundert bewundern, die in die Tat umgesetzt wurden, indem den Wanderern ein Teller Suppe und ein Bett angeboten wurden.

Wenn man den Bach Dora di Valgrisenche hinaufgeht, findet man noch immer die Überreste einer römischen Brücke.

Leverogne bewahrt auch eine schmerzhafte Erinnerung an die jüngere Geschichte.
Am 13. September 1944 wurde dieser Ort von einem gewalttätigen nationalsozialistischen Vergeltungsschlag heimgesucht, der den Tod von 13 unschuldigen Menschen forderte und zur Zerstörung eines großen Teils der Stadt Leverogne sowie zur fast vollständigen Verwüstung der Dörfer Rochefort und Chez-les-Garin führte. Ein Ereignis, das sich als Zeugnis der Opferbereitschaft und des Widerstands eines Territoriums in das kollektive Gedächtnis eingebrannt hat.